Was brauche ich zum Leben?

Wie viele Dinge benötigt ein Mensch tatsächlich zum Leben?
Am Samstag teilte mir ein Dozent in seiner Vorlesung mit, dass eine deutsche Familie im Schnitt 40.000 Gegenstände in ihrem Haus hat. Eine einzelne Person in Europa hat im Schnitt 10.000 Stücke darunter auch viele Textilien. Eine ziemlich große Zahl. Wenn ich mir die Zeit ausmale, die ich benötige, um diese 40.000 Teile zu ordnen und in Schacht zu halten. Mir ist das definitiv zu viel Krempel. Deswegen möchte ich euch und auch mich für Folgendes sensibilisieren: Überlegt euch jeden Kauf, den Ihr tätigt mal genauer. Wieso kaufe ich dieses Teil gerade? Was hat mich zum Kauf bewegt? 
In München kostet ein Quadratmeter zur Miete aktuell fast 19 EUR. Mit diesem Preis ist München auch die teuerste Stadt zum Wohnen innerhalb Deutschlands. Wenn ich mir vorstelle, dass mein Krempel, den ich besitze, so teuer in der Lagerung ist, fange ich schon mal das Grübeln an. Letzte Woche fing ich an, meinen Kleiderschrank auszumisten, um ein paar von meinen 10.000 Gegenständen los zu werden. Und es fühlt sich toll an. Bei Kleiderkreisel habe ich viele Klamotten, Schuhe und Taschen schon eingestellt und konnte auch schon 5 Teile verkaufen.
Das wohl meist bekannte Modell für unsere menschlichen Bedürfnisse hat Maslow entwickelt. Seine Theorie ist in einer Pyramide geordnet. Unten stehend sind zunächst die Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlaf und Wärme vermerkt. In Deutschland kommen die meisten Einwohner in diesen Genuss, deswegen ist es vielen Menschen nicht bekannt zu hungern. Mir zum Glück auch nicht. Das darauffolgende Bedürfnis ist Sicherheit: Das heißt ein Dach über dem Kopf zu haben und auch Gefahren nicht schutzlos ausgesetzt zu sein. Die sozialen Bedürfnisse, die danach folgen, sind Freundschaften, Liebe und auch die Sehnsucht nach Familie.  Die zwei obersten Punkten stellen die Individualbedürfnisse und die Selbstverwirklichung dar. Ich glaube, dass viele Menschen in meinem Alter bei vielen Punkten einen Haken setzen können. Es gibt noch zahlreiche weitere Theorien von Psychologen. Auch kann für jeden die maslowsche Pyramide anders geordnet sein.  Woher kommt nun jedoch der Drang so viel an Gegenständen zu konsumieren und auch zu besitzen?
Um ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht. 
Mittlerweile gibt es viele Einflüsse, die mich zum Kauf bringen.  Eine Werbung im Magazin, ein Post auf Instagram, ein Artikel auf einem Blog oder auch einfach nur ein Impulskauf beim Bummeln. Ich  verbringe selbst viel Zeit im Internet und stöbere durch die Online Shops. Ich versuche nicht spontan Dinge zu kaufen, sondern einen Artikel erst in den Warenkorb zu legen und nach 3-4 Tagen überlege ich, ob ich dieses Teil wirklich brauche und ob es mir auch langfristig gefällt Es kann auch hilfreich zu sein, wenn gerade mal wieder Schlussverkauf ist, sich zu überlegen, ob man bereit ist, den vollen Preis bereit ist zu bezahlen. Das kann verhindern, dass man in einen Kaufrausch von reduzierter Kleidung kauft.
Gerade jetzt zu Weihnachten sollte jeder Einzelne von uns sich überlegen, was wir verschenken und auch was wir geschenkt bekommen wollen. Ich wünsche mir dieses Jahr einfach friedliche Festtage mit meiner Familie und auch meinem Freund. Schöne ausgiebige Spaziergänge mit unserem tollen Hund und leckerem Essen.
Was wünscht Ihr euch in diesem Jahr? Und wie steht Ihr zu diesem Thema?
Was ich schön finde, ist, dass mittlerweile es nicht nötig ist, etwas um jeden Preis zu besitzen. Carsharing, Handtaschen mieten, legale Streamingportale für Musik, Filme und Serien machen es möglich zu Konsumieren, ohne den Gegenstand als sein Eigentum zu bezeichnen. Ich nutze solche Möglichkeiten tatsächlich. Und mir geht es dabei gut.
Mein Ziel ist es hier kein Moralapostel zu sein, sondern lediglich euch zu sensibilisieren. Auch ich werde weiterhin zu viel Shoppen, jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass ich auch mit 9.000 Gegenständen gut zu recht kommen werde.
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