Ist offline das neue Luxusgut?

Alles, immer und das zu jeder Zeit?
In letzten Jahr hat mich eine Sache schon genervt: Überkonsum. Mit Überkonsum meinte ich jedoch zunächst  echten Konsum, also neue Güter kaufen. Dahingehend habe ich eine Umstellung vorgenommen und kaufe nun überwiegend offline, um so sicher zus stellen, dass ich nicht sofort zuschlage, sondern erst einmal über meinen Kauf nachdenke, ob ich tatsächlich das 61. Paar Schuhe auch benötige.  Denn es ist doch wirklich einfach auf bestellen zu klicken. Und mittlerweile glaube ich auch, dass es zu einfach geworden ist, sich neue Kleidung, Elektrogeräte, Kosmetik oder auch Bücher anzuschaffen. Denn Amazon, Zalando & Co. machen es uns leider zu einfach. Leider ist hier auch übertrieben gesagt: Denn ich selbst war jahrelang ein großer Freund davon, die Dinge, die ich dachte, dass ich sie benötige, online zu bestellen.
Jetzt hat sich bei mir die Frage ergeben, ob ich nicht auch schon Medien, Nachrichten, Social Media zu viel konsumiert habe. Gestern habe ich in der Zeitung gelesen, dass der durchschnittliche Jugendliche 4,5 Stunden pro Tag am Handy ist. Während meiner Schulzeit wäre das unmöglich gewesen. Mein letztes Schuljahr ist aber auch schon 8 Jahre her. Jedoch neben Schwimmtraining, Volleyball und Nachhilfe geben, blieb keine Zeit, um 4,5 Stunden lediglich vor dem Handy/Tablet zu sitzen. Ich habe mich dann gestern auch gefragt, wie viele Stunden ich pro Tag wohl online bin. Und wenn ich ehrlich bin, sind es sicherlich auch 2,5 Stunden, die ich täglich das Handy in der Hand habe. Sei es morgens beim Frühstücken, auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn, kurz beim Mittagessen und dann eben Abends vor dem Schlafen gehen. Neuigkeiten mit Familie und Freunde werden schnellstmöglich mitgeteilt, da es gefühlt nicht mehr bis zum nächsten Treffen warten kann. Wieso kann es denn nicht warten? Die Erwartungshaltung ist mittlerweile, dass alle Informationen in Echtzeit kommuniziert werden. Das muss doch nicht sein.
Auf der einen Seite teile ich gerne Impressionen mit Freunden, Familien und auch Kollegen auf Social Media Kanälen. Denn ich selbst konsumiere eben auch diese Impressionen auf der anderen Seite. Momentan nervt es mich jedoch, wenn ich oftmals den gleichen Content sehe, oder eben so gut über das Leben meiner lieben Freunde informiert bin, sodass ich immer live mit dabei war. Denn worüber soll ich denn dann noch mit meinen Freunden reden, wenn wir uns mal offline treffen? Über Neuigkeiten bin ich eben schon bestens informiert und weiß auch, was es gestern zum Abendessen gab, denn Instagram Story und Snapshat machen es möglich.
Deswegen versuche ich in nächster Zeit immer mal wieder offline zu gehen, um es mal zu genießen Neuigkeiten wieder persönlich miteilen zu können und diese eben auch so zu erfahren. Auf dem Blog und auch auf meinem Instagram Account war im Jahr 2018 noch nicht viel los, da ich erstens im Januar Prüfungen geschrieben habe und zweitens es, eben mal schön ist den Moment mit meinen Lieben ohne online Zuschauer zu genießen. Viele meiner Freunde und Bekannte haben diese Erkenntnis auch schon erlangt. Da ich die letzten Jahre jedoch immer für das Team “online” plädiert habe, versuche ich es differenziert zu betrachten und zukünftig neben Blogs, Instagram, Facebook & Co. noch das echte Leben als Inspirationsquelle hinzuzuziehen, denn das kam in den letzten zwei Jahren etwas zu kurz.
Ab morgen bin ich in London und versuche dort mal den Moment zu genießen und euch eher im Nachgang über meinen Kurzurlaub zu berichten. Denn das echte Leben passiert eben Draußen. Außerhalb der Welt vom Internet. Ich möchte nicht mehr alle 10 Minuten mein Instagram öffnen, um zu schauen, ob ich neue Follower bekommen oder auch verloren habe. Irgendwie ist es doch egal, wenn die Followerzahl sinkt, denn ganz oft sind es keine echten Menschen, sondern irgendwelche Unternehmensseiten und kleineren Bloggern folgen, damit diese wieder rum zurück folgen. Das ich mir über so eine Banalität Gedanken mache, zeigt schon, was dieses ständig online sein mit mir gemacht hat. Und ich möchte nicht das solche Punkte mein Leben einnehmen. Hier auf dem Blog möchte ich nun eher Dinge festhalten, die mir wirklich durch den Kopf gehen und euch daran teilhaben. Dinge, die auch Sinn machen, dass ich über sie nachdenke. Und dazu gehört zukünftig nicht meine Followeranzahl auf Instagram oder die Anzahl der Likes auf dem letzten Post.
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