Berufsbegleitend studieren: Was muss man beachten?

Wie versprochen, teile ich euch meine Gedanken zum berufsbegleitendem Studium mit, welches bei mir in 6 Monaten enden wird. Denn dann sind vier Jahre um und ich werde meinen Bachelor endlich abschließen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich darüber freue. Ich möchte euch natürlich Tipps auf den Weg geben, wie ihr euch besser für eine Weiterbildung entscheiden könnt, worauf ihr achten solltet und wie das Ganze auch finanziert werden kann. Denn die Hochschulen, die ein berufsbegleitendes Konzept entwickelt haben, lassen sich das jeden Monat bezahlen. 

Welche Hochschulen gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen staatlichen Universitäten und Hochschulen und privaten Hochschulen unterschieden. Die staatlichen Institutionen sagen zwar, dass sie ein Studium neben dem Beruf ebenfalls ermöglichen, jedoch habe ich keinen passenden Studiengang für mich gefunden. Hier kann sich  die Suche nochmal lohnen, falls die Angebote verändert werden. Zusätzlich gibt es noch die Option, an einer Fernuniversität, seinen Abschluss zu machen. Hier ist meiner Meinung nach sehr viel Disziplin erforderlich, da es keine festen Termine für die Vorlesungen gibt, sondern ihr euch selbst den Stoff beibringt.

Welche Hochschule kommt für mich in frage?

Es gibt viele bekannte, private Hochschulen, wie die FOM, die Hochschule Fresenius und auch viele kleinere. Fragt am besten, im Bekanntenkreis nach, wo sie das Studium absolviert haben, um weitere Eindrücke zu erhalten. Wenn euch eine Hochschule anspricht, solltet ihr auf jeden Fall eine Probestunde absolvieren, um einen Eindruck von den Dozenten und den Studierenden dort zu bekommt. Schlussendlich ist es jedoch wichtig, dass euer Studiengang, der euch interessiert, auch berufsbegleitend angeboten wird. Denn 6-8 Semester sind eine lange Zeit und wenn ihr euch dazu entscheidet, ein Studium anzufangen, zieht es auch durch.

Ich möchte BWL studieren, weil ich sonst nicht weiß, was ich studieren soll…

Ein BWL Studium bietet die Grundlage für verschiedene Berufe. Ihr solltet jedoch ein grobes Ziel im Auge haben, wenn ihr ein klassisches BWL Studium beginnt. Denn da draußen sind zig tausende Studenten, die BWL studieren wollen. Ich habe während meiner Ausbildung mit dem Personalleiter der Bank ein Gespräch geführt, um eine Orientierung zu erhalten. In Bewerbungsgesprächen, werden euch die Personaler genau fragen, warum ihr BWL studiert oder studiert habt, also solltet ihr hier eine authentische Antwort geben können. Für mich passt das BWL Studium sehr gut, da es sowohl die konservative Themen aus der Bankenwelt bedient und immer wieder Eindrücke aus den Medien und Online Bereichen mit einfließen lässt.

Wann sind die Vorlesungen?

Bei mir waren die Vorlesungen jedes Semester unterschiedlich, was sehr anstregend war. Denn ich musste immer wieder neu planen. Das heißt, ich hatte keinen festen Tag in der Woche Vorlesungen. Dazu kam, dass in manchen Wochen 4 Veranstaltungen anstanden und manchmal gar keine. Somit gab es immer wieder Spitzenzeiten. Sprecht auf jeden Fall mit eurem Chef und euren Kollegen, ob es für sie in Ordnung ist. Denn unter der Woche beginnen die Vorlesungen bereits um 18 Uhr.

Wie viel kostet ein berufsbegleitendes Studium?

Ich studiere an der Hochschule Fresenius und zahle jeden Monat 275€. In den Semesterferien wird ebenfalls der Beitrag gezahlt. Im letzten Semester, im 8. Semester bei mir, findet nur die Bachelor Arbeit statt und auch hier wird der volle Betrag in Rechnung gestellt. Falls ihr schon eine Ausbildung habt, fragt nach, ob euch zwei bis drei Kurse angerechnet werden können, denn hier spart ihr euch dann ggf. für ein Semester die Gebühren. So musste ich nur für 7 Semester die Gebühren bezahlen.

Wie finanziert man ein Studium neben der Arbeit?

Sobald wir uns in der Ausbildung an ein monatliches Gehalt gewöhnt haben, ist es schwer darauf zu verzichten. Deswegen kann es eine Alternative sein, in seinem Job zu arbeiten und am Abend in der Vorlesung zu sitzen. So steht einem auf jeden Fall das monatliche Geld zur Verfügung, um das Ganze selbst zu finanzieren. Falls ihr nicht jeden Monat einen Betrag für das Studium habt, fragt bei eurem Arbeitgeber nach, ob sie euch einen Zuschuss geben können. Bereitet so ein Gespräch gut vor und überlegt euch Argumente, was euer Arbeitgeber davon haben könnt. Ich selbst hatte damals eine Frist verpasst und kam somit nicht für eine Förderung in Frage. Glücklicherweise haben meine Eltern mich finanziell unterstützt. Danke Mama und Papa 🙂 Ansonsten kann ich euch den Tipp geben, auch nach Stipendien Ausschau zu halten. Auch wenn euer Studium schon läuft. Für 2 Semester habe ich einen monatlichen Zuschuss von der Stadtsparkasse München erhalten und bin sehr froh darum, dass sie mich finanziell unterstützen. Denn auch private Hochschulen haben Kooperationen mit Stipendiengebern.

Wie schafft man die Prüfungen?

Wenn man nicht mit einem fotografischen Gedächtnis geboren ist, ist Fleißarbeit angesagt. Ihr solltet euch feste Tage zum lernen circa  4 Wochen vor den Klausuren einplanen, um den Stoff zu lernen. Denn bei mir waren die Klausuren meistens innerhalb von 1-2 Wochen an der Hochschule Fresenius und da lohnt es sich frühzeitig zu wiederholen. Übungsklausuren gab es bei uns weniger, deswegen habe ich tatsächlich 90% der Vorlesungen besucht, um mit zu schreiben, falls der Dozent ein Thema besonders ausführlich durchsprach. Seid auf jeden Fall nett zu euren Kommilitonen, damit ihr die Mitschriften erhaltet, falls ihr mal nicht kommt. Die Leute, die in der letzten Vorlesung noch schnell alle Unterlagen abgreifen wollen, sind bei niemanden beliebt. Ein Vorteil im berufsbegleitendem Studium war, dass bereits zur Hälfte des Semesters eine Klausur geschrieben wurde. So standen am Ende meist 3 weiteren Klausuren und die Abgabe von Hausarbeiten an.

Wie stehe ich 7- 8 Semester durch?

Zu keinem Zeitpunkt habe ich darüber nachgedacht, das Studium abzubrechen. Denn ich wusste, die Zeit und das Geld sind Investition in meine Bildung und damit auch in meine Zukunft. Auf jeden Fall solltet ihr geduldig mit euch selbst sein und euch Zeit geben. Das war bei mir nicht immer möglich und hat mich dann zusätzlich noch gestresst. Bei mir war wirklich der große Vorteil, dass mein Arbeitgeber mir Teilzeit genehmigt hat. Das heißt ich habe immer von montags bis donnerstags gearbeitet und ab Freitag konnte ich mein “Wochenende” selbst gestaltet.

Das heißt, ich hatte zwar weniger Geld, konnte so jedoch noch meinen Haushalt, Einkäufe, Zeit für Familie und Freunde und andere Hobbies einplanen. Mir war das Geld nicht so wichtig, deswegen habe ich mich für die freie Zeit entschieden und würde es tatsächlich jeden empfehlen. Ohne meine freien Freitage, hätte ich bestimmt mehr Urlaub zum lernen nehmen müssten und weniger verreisen können.

Es ist eine lange Zeit…

Ein Studium ist weder Vollzeit noch in Teilzeit schnell abgeschlossen. Falls es nicht das, Richtige für euch ist überlegt es euch frühzeitig, damit nicht unnötig Geld ausgegeben wird. Wenn ihr den Bachelor Vollzeit gemacht habt, vielleicht kommt ein Master in Teilzeit für euch in Frage. Meldet euch gerne, falls irgendwelche Fragen auftaucht. Soweit ich kann, teile ich euch dann meine Erfahrung mit.

 

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